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26.02.2013 - Immer wieder kommen Patienten zu mir, die über Beschwerden wegen Amalgamfüllungen klagen und fragen, wer dafür verantwortlich gemacht werden kann. Ihre Leiden führen sie eindeutig auf das Amalgam zurück. Leider können sie keine Gutachten oder ärztliche Beurteilungen vorweisen, die das genauso sehen. Damit ist schon die Kausalität schwierig.

Mit Quecksilber kann man sich auch andernorts vergiftet haben, beispielsweise beim Zerbrechen einer Energiesparlampe oder eines Thermometers.

Wenn ich den Patienten dann erkläre, dass Amalgam nach wie vor medizinischer Standard ist, so dass in der Regel ein Behandlungsfehler des Zahnarztes bzw. ein Haftungsanspruch gegen den Hersteller ausscheidet, so können sie das nicht verstehen. Sie verweisen auf die amalgamkritische Literatur, die sie im Internet recherchiert haben.

Ja, Kritik gibt es an vielen Behandlungsmethoden und Medikamenten. Aber es kommt darauf an, wie weit sich diese Kritik zu einer gewichtigen Stimme verdichtet hat. Und bei Amalgam hält die überwiegende Lehre noch an dem Quecksilbergemisch fest.

Eine seit zwanzig Jahren tätige, sehr tüchtige Zahnärztin, die ich zu meinen Mandanten zählen darf, sagte mir, sie setze Amalgam noch heute ein. Es sei viel haltbarer als der sog. "Kassenzement". Beschwerden von Patienten seien sehr selten. Wenn das Quecksilber aus der Oberfläche der Füllung ausgewaschen sei, komme da nichts mehr aus dem Zahn heraus.

Auch wenn die Patienten übelste Beschwerden haben, von rasenden Kopfschmerzen über Entzündungen im Mund, Anämie und Mattigkeit, so kann ich also mangels Erfolsgaussicht nur schweren Herzens abraten, die Ansprüche vor Gericht zu verfolgen. Denn daran würde alleine ich etwas verdienen und der Kollege auf der Gegenseite.

Und ein Rat an die verehrten Kollegen: Nutzen Sie in solchen Fällen § 9 RVG.

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