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(7.10.2016) In der FAZ kommt eine OP-Krankenschwester zu Wort und berichtet schonungslos offen über die Entstehung von Infektionen von Krankenhauspatienten mit gefährlichen multiresistenten Krankenhauskeimen wie z.B. MRSA. Jährlich sterben bis zu 5000 Krankenhauspatienten an solchen Keimen. 

Operationsbesteck

Die OP-Schwester nennt folgende Gründe für die Infektion von Patienten in Krankenhäusern:

  • mit MRSA infizierte Patienten liegen mit nicht infizierten Patienten auf demselben Zimmer, statt in einem eigenen Zimmer

  • die Operationspläne sind eng getaktet, so dass nach der der Operation eines MRSA-infizierten Patienten nicht genung Zeit bleibt, um den OP-Saal wie vorgesehen ordentlich zu reinigen. An sich müssten die MRSA-Patienten am Ende des OP-Tages operiert werden

  • das Reinigungspersonal ist nicht hinreichend geschult und führt die Reinigung oft nicht fachgerecht aus

  • die Händedesinfektion von Pflegepersonal und Ärzten ist zeitaufwändig und wird oftmals unterlassen

  • es gibt zu wenig unangekündigte Hygienekontrollen

Diese Aussagen bestätigen, dass es sich bei den Infektionen im Krankenhaus um ein systemisches Problem handelt. Es ist gut, dass eine Insiderin die Zustände einmal beim Namen nennt. Ihre Aussagen decken sich mit meinen anwaltlichen Erfahrungen aus Berichten von Patienten und Ärzten und meinen persönlichen Eindrücken aus dem Klinikalltag.

Wie es richtig geht, zeigt der Blick in holländische Kliniken, wo Patienten, die mit MRSA infiziert sind, konsequent isoliert behandelt werden. Davon sind deutsche Kliniken weit entfernt und neigen eher dazu, die gegenwärtige Misere mit plakativem Aktionismus zu verdecken.

Bis auch in Deutschland Änderungen vorgenommen werden, können sich Patienten nur durch Eigeninitiative zu schützen versuchen. 

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