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(4.10.2019) Seit September 2013 habe ich eine Geldforderung von rund 500 Euro gegen Herrn Ioannis Tavlaridis, geb. am 9.7.1981 (wohnhaft Zwillingstraße 43 in 64546 Mörfelden-Waldorf). Herr Tavlaridis zahlt aber nicht. Nach mehreren Zahlungsaufforderungen klagte ich deshalb die Forderung vor dem Amtsgericht Groß-Gerau im April 2014 ein. Allerdings scheiterte die Zustellung des Versäumnisurteils wegen eines Namensvetters des Herrn Tavlaridis.

Zur Geschichte:

Das Amtsgericht stellte meine Klage zu.

Dann erhielt das Gericht ein Schreiben, das vorgeblich von dem Bruder des Herrn Ioannis Tavlaridis stammte und in dem der Bruder dem Gericht mitteilte, Herr Ioannis Tavlaridis lebe in der Cezannestraße 20 in 64546 Mörfelden-Waldorf (und nicht in der Zwillingstraße):

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Ich schenkte dem Schreiben Glauben und bat das Amtsgericht, die Klage erneut zuzustellen, nun an die Cezannestraße 20. Dies geschah auch. Das heißt, die Klage wurde erfolgreich an die Cezannestraße 20 zugeschickt und zugestellt.

Weil dort aber niemand auf die Klage reagierte, erging ein Versäumnisurteil. In dem Versäumnisurteil wurde der beklagte Ioannis Tavlaridis verurteilt, mir die Forderung zu zahlen.

Das Versäumnisurteil ließ ich zustellen, natürlich an die Adresse Cezannestraße 20.

Dann beauftragte ich eine Gerichtsvollzieherin mit der Zwangsvollstreckung - und zwar in der Cezannestraße 20.

Die Gerichtsvollzieherin suchte im November 2015 die Cezannestraße 20 auf und dort öffnete ihm ein Ioannis Tavlaridis, allerdings nicht mein Schuldner, sondern dessen Vater Ioannis Tavlaridis, geboren 1951, der denselben Namen trägt. Dieser bat die Gerichtsvollzieherin herein und gab bereitwillig an, Rentner zu sein und kein Geld zu haben. Dass er mir nichts schuldet, sagte er der Gerichtsvollzieherin nicht. Ebensowenig hatte er die Klage und das Versäumnisurteil, die ihm das Amtsgericht Groß-Gerau vorher zugesendet hatte, zurück gewiesen. Eigentlich würde man dies erwarten, schließlich war dieser ältere Herr ja nicht mein Schuldner gewesen, sondern sein Sohn.

Die Vollstreckung war damit ins Leere gelaufen.

Ich vermute, dass Herr Ioannis Tavlaridis junior das o.g. Schreiben, das angeblich von einem Bruder stammte, selbst geschrieben hat. Ich vermute auch, dass er diesen Trick mit dem Vater, der den gleichen Namen wie er selbst trägt, schon mehrfach verwendet hat, um Gläubiger ins Leere laufen zu lassen. Dies teilte mir eine andere Gläubigerin, Frau S., die ich ausfindig gemacht hatte, telefonisch mit.

Ich habe nun beantragt, dass das Amtsgericht das Versäumnisurteil erneut dem Herrrn Ioannis Tavlaridis (junior) zustellt, diesmal aber unter der Adresse Zwillingstraße 43 in 64546 Mörfelden-Walldorf.

Herr Ioannis Tavlaridis junior hat durch einen Anwalt im Rahmen des Zustellungsverfahrens im Juni 2019 mitteilen lassen, sein Vater sei des Deutschen nicht genügend mächtig, und habe dementsprechend dem gesamten Vorgang keine Bedeutung geschenkt. Hinzu sei gekommen, dass sich der Vater in einer Privatinsolvenz befunden habe, so dass er die Dinge einfach ad acta gelegt habe, ohne sie weiter zu beachten, insbesondere ohne seinen Sohn, Herrn Ioannis Tavlaridis (junior) darüber zu informieren, da er hierzu keine Veranlassung gesehen habe und aufgrund seiner mangelhaften Sprachkenntnisse das Ganze auch nicht richtig verstanden habe. Der Anwalt des Herrn Ioannis Tavlaridis (junior) meinte, wenn überhaupt "ist die Titulierung (Anmerkung: meiner Forderung gegen Herrn Ioannis Tavlaridis junior) gegen Herrn Ioannis Tavlaridis senior möglicherweise berechtigt, gegen den die Zustellungen erfolgten, aber nicht gegen Herrn Ioannis Tavlaridis junior, so dass dieser nicht als Schuldner die richtige Partei der Zwangsvollstreckung ist".

Ich glaube das alles nicht. Was mich dabei wundert, ist dass Herr Ioannis Tavlaridis senior über mehrere Jahre in einem griechischen Restaurant in Deutschland tätig war, deshalb sollte er eigentlich deutsche Sprachkenntnisse haben. Und dass er eine ihm zugestellte, ihn namentlich betreffende Klage und ein Urteil einfach so beiseite legt, ohne sie zu lesen, glaube ich auch nicht. Belege dafür, dass ein Insolvenzverfahren gegen Herrn Ioannis Tavlaridis senior lief, habe ich auch nicht vorgelegt bekommen oder gefunden.

Ich habe Herrn Ioannis Tavlaridis junior und seinen Bruder Anfang September 2019 per E-mail aufgefordert, zu diesen Vorgängen Stellung zu nehmen. Ich habe keine Antwort erhalten. Ich habe den Anwalt von Herrn Tavlaridis am 24.9.2019 zur Stellungnahme zu diesen Vorgängen der Zustellung aufgefordert, der mir am 30.9.2019 mitteilte, er habe dieses Schreiben dem Herrn Tavlaridis zur Stellungnahme weitergeleitet. Eine weitere Stellungnahme habe ich nicht erhalten.  

Ich finde, dass die Öffentlichkeit vor diesem Vorgehen der Verwendung eines Namensvetters gewarnt werden sollte.

Update 14.2.2020: Der Bruder gab nun an, er habe das Schreiben vom 24.4.2014 selbst verfasst. Ich vermute daher nicht mehr, Herr Ioannis Tavlaridis habe das Schreiben verfasst.

Ich glaube, Herr Ioannis Tavlaridis wohnte jedenfalls am 24.4.2014 noch in der Zwillingstraße, so dass die Klage dort auch meines Erachtens ordnungsgemäß zugestellt wurde. Ich glaube auch nicht, dass der Bruder tatsächlich am 24.4.2014 in der Zwillingstraße wohnte, denn er war dort nicht gemeldet und Herr Ioannis Tavlaridis hatte in einer E-mail vom 1.10.2013 angegeben, sein Bruder wohne in der Cezannestraße, zugleich gab Herr Ioannis Tavlaridis noch am 12.11.2013 gegenüber dem Gericht an, er wohne in der Zwillingstraße. Und Herr Ioannis Tavlaridis wohnt auch jetzt in der Zwillingstraße. Eine gerichtliche Entscheidung über die Zustellung der Klage 4/2014 steht noch aus. Das Verfahren läuft.