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Kosten und Gebühren eines Anwaltes Kosten: Gesetzlich vorgegeben

Die Gebühren eines Rechtsanwaltes berechnen sich im wesentlichen nach gesetzlichen Tabellen des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG), sind also gesetzlich vorgegeben.

Erstgespräch kostenfrei

Das telefonische Erstgespräch mit dem Anwalt dient dem Kennenlernen. Passen Mandant und Anwalt zusammen? Für das Erstgespräch entstehen in der Regel keine Gebühren. Der Anwalt kann Ihnen bei einem Erstgespräch aber noch keine rechtlichen Fragen zum Fall beantworten, denn dazu müßte er den Fall genauer studieren.

Erstberatung EUR 190 netto

Ein erstes Beratungsgespräch, bei dem der Anwalt Ihnen rechtliche Fragen zu Ihrem Fall beantwortet, kostet für Privatpersonen maximal 190,00 EUR plus Mehrwertsteuer (§ 34 RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz)).

Gebühren für rein beratende Tätigkeit: meist nach Vereinbarung

Beratende Tätigkeiten (z.B. Prüfung von Unterlagen, Fertigen einer schriftlichen Stellungnahme, Entwurf oder Kontrolle eines Vertrages) werden von Anwälten häufig auf Grundlage von Stundenhonorarvereinbarungen abgerechnet. Der Stundensatz wird individuell vereinbart, je nach Bedeutung des Falls und abhängig von dem Einkommen des Mandanten. 

Bei Tätigwerden nach außen: Gebühren richten sich grundsätzlich nach gesetzlicher Gebührentabelle

Vor Gericht und bei einem Tätigwerden nach außen (z.B. durch Kontaktaufnahme mit der Gegenseite) entstehen gesetzlich vorgegebene Gebühren nach dem RVG, die sich an der Höhe des Streitwerts orientieren. Der Streitwert ist der Wert dessen, um das gestritten wird. Mit steigendem Streitwert steigen auch die Gebühren an. Des weiteren orientieren sich die Gebühren an Umfang und Schwierigkeit der anwaltlichen Tätigkeit.

Beispiel (Stand 2019):

Für die außergerichtliche Geltendmachung einer Forderung aus einem Kaufvertrag von EUR 5.000,00 (Streitwert) entstehen Gebühren in Höhe von durchschnittlich EUR 492,50 inkl. 19 % MWSt. Wird eine Forderung von EUR 10.000,00 geltend gemacht, entstehen Gebühren in Höhe von EUR 887,02 inkl. 19 % MWSt.

Wird die Forderung von EUR 5.000,00 gerichtlich geltend gemacht (eingeklagt), entstehen Gebühren von durchschnittlich EUR 925,22 inkl. 19 % MWSt. Bei einer Forderung von EUR 10.000,00 sind es EUR 1.683,85 inkl. 19 % MWSt. Hinzu kommen die Gerichtskosten (bei Forderung von EUR 5.000,00 = EUR 438,00, bei Forderung von EUR 10.000,00 = EUR 723,00). Soweit Sie obsiegen, muss Ihr Gegner diese Kosten bezahlen. 

Die Kosten eines Gerichtsverfahrens (Anwälte und Gericht) können Sie über diesen Kostenrechner auch selbst berechnen. 

Wenn Sie einen Rechtsstreit gewinnen, muss der Gegner grundsätzlich Ihre Kosten bezahlen. Verlieren Sie den Rechtsstreit, müssen Sie die Kosten auch des Gegners bezahlen. 

Sie können von Ihrem Anwalt vor Beginn eine ungefähre schriftliche Kosteneinschätzung ("Kostenvoranschlag") verlangen.

Sonderthema Rechtschutzversicherung

Rechtsschutzversicherungen ermöglichen den Bürgern den Zugang zu den Gerichten, weil sie das Kostenrisiko des Versicherten fast auf Null herabsetzen.

Was genau versichert ist, hängt aber vom Inhalt Ihres (individuellen) Rechtsschutzvertrages ab. Es gibt Verträge, die relativ viele Bereiche abdecken und solche, die nur einen geringeren Schutz bieten. 

Wenn Sie sicher gehen wollen, ob Ihr Fall von der Versicherung "gedeckt" wird, stellen Sie eine schriftliche Deckungsanfrage (eine Vorlage finden Sie hier). Bitte stellen Sie keine telefonischen Deckungsanfragen, da die telefonischen Antworten darauf in der Regel nicht verbindlich sind.