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Obgleich die zuständige bayrische Gesundheitsbehörde dem Arzt Thomas Paul Szymula von Richter u.a. wegen hygienischer Mängel im Frühjahr 2014 bestimmte operative Behandlungen und Ansästhesien in München untersagte und umfangreiche Auflagen stellte, operierte dieser weiter. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt derzeit, wie viele Patienten von Thomas Paul Szymula von Richter, der auch unter dem Namen Dr. Thomas Paul Szymula von Richter, ehemaliger Professor, auftritt, seitdem in München ambulant operiert wurden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Arzt auch vor, Patienten behandelt zu haben, obwohl seine ärztliche Approbation zeitweilig ruhte und er gegen Hygienevorschriften verstieß (Berlin - 06.02.2016).

Brustoperationsaufklärungsformular

Es besteht auch der Verdacht des unberechtigten Führens von Berufsbezeichnungen (Dr./Professor). Die Staatsanwaltschaft durchsuchte mittlerweile die Praxisräume und die Privatwohnung des Münchner Arztes. Die Gesundheitsbehörde stellte dabei weitere hygienische Mängel und Gesetzesverstöße insbesondere bezüglich der gesetzlichen Vorgaben zur Anästhesie fest und ließ die Behandlungsräume versiegeln. 

Mit dem Buch "Vier Brüste für ein Hallelujah" wirbt Herr Szymula von Richter seit 2014 für seine Dienste der plastischen Chirurgie. Insbesondere berichtet er darin über schwierige Fälle der Schönheitschirurgie und der Brustchirurgie, die er erfolgreich weiterbehandelt haben will.

Nun haben aber mehrere Patientinnen Strafanzeige gegen den Arzt wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Körperverletzung eingereicht. Es laufen auch mehrere Arzthaftungverfahren vor den Münchner Gerichten. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt und führte kürzlich eine Hausdurchsuchung bei dem Arzt in München durch. Praxis und Wohnung des Arztes befinden sich im selben Gebäude. Bei der Durchsuchung wurden Behandlungsunterlagen sichergestellt. Es wurden blutige OP-Kleidungsstücke und blutige Mullbinden sowie benutzte Kanülen gefunden. Die der Durchsuchung beiwohnenden Beamten der Gesundheitsbehörde stellten zahlreiche Verstöße gegen die ärztlichen Hygienevorschriften fest. In der Folge wurde der Arzt wegen Mißachtung der im Jahr 2014 gestellten Auflagen und der gesetzlichen Vorschriften zur Zahlung eines empfindlichen Bußgelds verpflichtet und die Praxis versiegelt.

Ich vertrete geschädigte Patienten und Patientinnen und mache deren Schadenersatz-und Schmerzensgeldforderungen geltend. Wer Patienten behandelt obgleich seine Approbation ruhend gestellt ist, handelt rechtswidrig und kann dafür kein Entgelt von dem Patienten verlangen. Gleiches gilt, wenn ein Arzt Behandlungen durchführt, die ihm von den Gesundheitsbehörden untersagt worden sind. Hat der Patient dem Arzt bereits ein Entgelt gezahlt, so kann er es wieder zurückverlangen. In solchen Fällen kann auch ein grober Behandlungsfehler vorliegen, der im Ergebnis dazu führt, dass der Arzt für alle weiteren Belastungen, Schmerzen und Erschwernisse, die der Patient infolge der (rechtswidrigen) Operation erlitten hat, aufkommen muss. Stehen Hygieneverstöße im Raum, so muss befürchtet werden, dass von Patienten erlittene Komplikationen auf unhygienischen Zuständen beruhen.

Anmerkung:

Im Bereich der ambulanten Schönheitschirurgie gibt es einigen "Wildwuchs". Denn der ambulant tätige Einzelarzt ist im Gegensatz zum Klinikarzt oder dem in einer Gemeinschaftspraxis tätigen Arzt nicht der Kontrolle durch Kollegen unterzogen. Dieser Wildwuchs zeigt sich darin, dass medizinische Standards nicht eingehalten werden (was insbesondere im Bereich der Hygiene für den Patienten katastrophale Folgen haben kann) oder dass Ärzte von den Patienten Zahlungen verlangen, die nicht von den gesetzlichen Vorgaben der GOÄ abgedeckt sind. So werden unerlaubterweise keine Rechnungen oder nur Pauschalrechnungen gestellt oder Vorschußzahlungen verlangt. Worauf man als Patient achten muss und wie man sich schützen kann, lesen Sie hier.     

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